FIFA: Iran muss Stadionverbot für Frauen aufheben

Wer kann sich vorstellen, verhaftet zu werden, nur, weil man seine Fußballmannschaft spielen sehen möchte?

Genau das ist 35 weiblichen Fußballfans passiert, als sie am 1. März versuchten, in das iranische Nationalstadion zu gelangen, um gemeinsam mit 95.000 Männern das Spiel Persepolis gegen Esteghlal, der beiden Teheraner Fußballvereine und langjährigen Rivalen, live mitzuerleben. Als diese jungen Frauen vor dem Azadi-Stadion von der Polizei aufgegriffen wurden, sah sich FIFA-Präsident Gianni Infantino drinnen im Stadion gemeinsam mit Vertretern der iranischen Regierung das Teheraner Derby an.

Die Entscheidung des Iran, Frauen zu diskriminieren und aus den Fußballstadien zu verbannen, verstößt gegen die Menschenrechtspolitik und die Statuten der FIFA, die Diskriminierung verbieten. In Artikel 4 der FIFA-Statuten heißt es, dass jegliche Diskriminierung „unter Androhung der Suspendierung oder des Ausschlusses verboten“ ist.

In nur 50 Tagen wird der Iran bei der Fußball-WM der Männer in Russland um den Titel kämpfen, das einzige WM-Teilnehmerland, das seinen eigenen Frauen verbietet, sich zu Hause Fußballspiele im Stadion anzusehen. Der Iran kann und sollte die Vorschriften ändern, damit iranische Frauen die Möglichkeit haben, Fußballspiele der Männer live mitzuerleben, wie in jedem anderen in Russland vertretenen WM-Teilnehmerland auch.

Die FIFA sollte darauf bestehen, dass der Iran das Stadionverbot für Frauen vor der Eröffnung der WM aufhebt.

Iranische Fans, sowohl Männer als auch Frauen, fordern seit langem von der FIFA, dass sie dafür sorgt, dass der iranische Fußballbund die Regeln der FIFA einhält und die Diskriminierung weiblicher Fans beendet. In der Vergangenheit hat der Iran Frauen anderer Nationalitäten Zutritt zu den Stadien gewährt, so dass dies ein direkter Angriff auf iranische Frauen ist. Jahr für Jahr macht der Iran vage Versprechen, aber geändert hat sich bisher nichts.

Lasst uns die FIFA gemeinsam dazu aufrufen, jetzt für die weiblichen Fans im Iran einzutreten! Die Uhr bis zum Beginn der WM in Russland tickt.

Die Menschenrechtspolitik der FIFA ist wichtig. Sie zielt darauf ab, die Fans, die Beschäftigten, die die Stadien bauen und die Lizenzprodukte herstellen, die Spieler und alle anderen am Fußball beteiligten Akteure zu schützen. Wie jede Politik hat sie aber nur einen Sinn, wenn sie auch ohne Ausnahmen in Kraft gesetzt wird.

Alle Fußballfans, ungeachtet ihres Geschlechts, ihrer Rasse, ihrer Religion und ihrer sexuellen Orientierung, sollten die Möglichkeit haben, sich über ihre Mannschaft zu freuen und sie zu unterstützen. Internationale Sportorganisationen wie die FIFA haben die Pflicht, faire Spiele zu garantieren, und die Gelegenheit, die Menschenrechte in der und durch die Welt des Sports zu verbessern.


Iranische Fußball-Stars schließen sich der Forderung an:

https://www.washingtonpost.com/news/early-lead/wp/2017/07/11/iranian-soccer-stars-call-on-government-to-repeal-ban-on-women-in-stadiums/?utm_term=.6206641ab9ad

https://www.iranhumanrights.org/2018/03/journalist-confronts-fifa-president-over-irans-ban-on-women-in-stadiums-its-our-right/


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